Nachrichtenansicht der Ev.-luth. Landeskirche Braunschweig

07.09.2026

Christliche Perspektive deutlich machen

Andachten setzen sich mit AfD-Programm in Königslutter auseinander

Pressestelle

Königslutter (epd). Die evangelischen Kirchengemeinden in Königslutter planen für den 12. September eine ökumenische Andachtsreihe als inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD. Parallel zu einer landesweiten Abschluss-Wahlkampfveranstaltung der Partei auf dem Marktplatz greifen Geistliche in der benachbarten Stadtkirche in fünf Kurzandachten zentrale Themen des AfD-Wahlprogramms auf, wie die Propstei Königslutter mitteilte. Unter dem Motto „Weiterdenken“ gehe es darum, Positionen des Wahlprogramms aus christlich-ethischer Perspektive zu beleuchten, sagte Pröpstin Katja Witte-Knoblauch.

Es gehe darum, Menschen zur inhaltlichen Reflexion zu bewegen, betonte die Theologin. „Es ist unsere Aufgabe daran zu erinnern, dass jeder Mensch ein Mensch ist.“ Jeder habe das Recht, individualisiert gesehen und nicht pauschal vorverurteilt zu werden.

Die Aktion solle auch darauf aufmerksam machen, wie schwammig viele Formulierungen in dem Wahlprogramm gefasst seien, unterstrich Witte-Knoblauch. Wer genau mit der Forderung gemeint sei, dass nur deutsche Familien Kindergeld bekommen sollten, bleibe unklar. Auch dass jeder Asylantrag damit enden solle, in die Heimat zurückgeführt zu werden, lasse denen, die sich in Deutschland integrieren wollten, keine Chance: „Jeder Mensch wird unter Verdacht gestellt.“

An der Reihe beteiligten sich neben der Pröpstin auch Landesbischöfin Christina-Maria Bammel und der katholische Pfarrer Thomas Jung. Thematisiert würden unter anderem Migration, Familie, Kultur sowie Schule und Demokratiebildung, hieß es. Auch Andrea Ruppert, Prädikantin und Rektorin der örtlichen Grundschule, sowie Pfarrerin Ann-Kathrin Rieken gestalten die Andachten. Die Texte sollen auch in schriftlicher Form ausgelegt werden.

Andachten zum Weiterdenken.
Andachten zum Weiterdenken.
Foto: Propstei Königslutter